23.07.2008

Imprint (2006)

Japan/USA, 2006 (Horror)
R: Takashi Miike
D: Billy Drago, Youki Kudoh, Michie Ito, Toshie Negishi
L: 63 Min
gesehene Versionen: Englisch + Deutsch


Story:
Japan 19. Jahrhundert. Der amerikanische Journalist Billy kehrt in das Land zurück, in dem er vor Jahren seine Geliebte zurücklassen musste. Doch die Suche nach ihr wird beherrscht von bildgewaltigen, brutal-blutigen Rückblicken, in denen er erfährt, welche schrecklichen Dinge ihr widerfahren sind. Die Vorkommnisse sind mysteriös und scheinen auf unerklärliche Weise auch sein Schicksal zu beeinflussen. Billy spürt, dass er in einen tödlichen Kreislauf geraten ist...

Kritik:
Imprint ist der Beitrag vom japanischen Kultregisseur Takashi Miike zur Masters of Horror Serie von Wes Craven. Ich hatte mir zuerst einmal die englische Version der Folge angeguckt, da ich gelesen hatte, das die deutsche geschnitten ist. Was ich gesehen hab ließ mir förmlich die Haare zu Berge stehen, aber nicht wegen des Horrors den ich beim Gucken empfand, eher wegen der abstrusen Story, den schlechten Schauspielern und des üblen Englisch das die Akteure da verzapften. Also das Ganze nochmal auf deutsch gucken, dacht ich mir. Doch das machte es nicht viel besser.
Ein Vorteil hat die deutsche Version, die japanischen Schauspieler wirken gleich ein bißchen professioneller, was man allerdings von Billy Drago nicht behaupten kann. Selten hab ich einen so schlecht agierenden Schauspieler gesehen. Da die Story aber auch völlig daneben ist tun die Darsteller dem Film nicht wirklich weh. Freunde des Derben kommen zwischendurch auf ihren Geschmack, z.B. bei der Abtreibungsszene oder dem Highlight des Films, der unendlich langen Folterszene, zumindest in der englischen Fassung ist die Szene lang. Das wars dann aber auch schon, wenn man sich nach einiger Zeit an den Film erinnert, dann sicher nur noch an die besagte Folterszene und vielleicht noch an Billy Drago, aber sicher nicht im positiven Sinne ....

Wertung: 2.5/10

Ebola Syndrome (1996)

OT: Yibola bing du
Hongkong, 1996 (Horror)
R: Herman Yau
D: Anthony Wong, Marianne Chan, Edward Corbett, Lo Meng
L: 98 Min
gesehene Version: Kantonesisch / Englische UT


Story:
Kai ist in Hong Kong in einem Restaurant angestellt. Als er jedoch von seinem Boss beim Geschlechtsverkehr mit dessen Frau gestört wird, sieht Kai nur einen Ausweg: er tötet die beiden bestialisch, doch die kleine Tochter kann entkommen. Kai flüchtet darauf nach Afrika, wo er wieder einen Job in einem Restaurant annimmt. Als er mit seinem Chef in ein Eingeborenendorf fährt, um dort Schweine zu kaufen, vergewaltigt Kai nebenbei eine Eingeborene. Was er aber nicht weiss: die Frau hat den Virus Ebola. Kai steckt sich natürlich an, merkt aber vorläufig noch nichts. Plötzlich wird er dann krank, wird aber schnell wieder gesund, da er einer der wenigen Menschen ist, die immun gegen das Virus sind. Als er mal wieder beim ficken mit der Frau des Chefs erwischt wird, tötet er beide und verarbeitet sie zu Fleischbällchen, welche er im Restaurant verkauft. Alle Leute, die diese essen, stecken sich automatisch auch mit Ebola an. Das Virus verbreitet sich schnell. Als Kai wegen Mord gesucht wird, reist er wieder nach Hong Kong zurück. Doch dort sucht ihn die Polizei auch schon mit Unterstützung der Tochter seines früheren Arbeitgebers...

Kritik:
Ebola Syndrome ist ein Cat-III Schocker der besseren Sorte. Zwar wird hier auch auf harte Kost und Ekelszenen gesetzt, hier werden Menschen zu Hamburgern verarbeitet, eine halbtote Frau vergewaltigt und und und, aber diese Schockmomente machen nicht den Reiz des Films aus. Das Maß aller Dinge in Ebola Syndrome ist Anthony Wong in der Rolle des skrupellosen ekligen Kai. Teilweise kommt die Darstellung so überzogen rüber, das es schon wieder komisch erscheint und somit dem Film eine ganz besondere wenn vielleicht auch ungewollte Note verleiht. Eklig und sehr böse ...

Wertung: 8/10

Namanatsu (2005)

AT: Nama-natsu; The Raw Summer
Japen, 2005 (Drama)
R: Keisuke Yoshida
D: Sola Aoi, Yutaka Mishima, Ryô Narukami, Ayumi Sakamoto
L: 57 Min
gesehene Version: Japanisch / Englische UT


Story:
Der Angestellte Matsuo Ota fährt jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit. Auf den Fahrten dorthin hat er sich in die Schülerin Anko verliebt, doch er ist ein schüchterner Mann. Er entwickelt sich mit der Zeit zum Stalker, hört Anko ab und hat sein ganzes Schlafzimmer mit ihren Fotos tapeziert. Als er von Anko abgewiesen wird, geschieht das Unvermeidbare ...

Kritik:
Nüchtern erzählt Regisseur Yoshida die Geschichte des etwas perversen Aussenseiters mit der Vorliebe für Schulmädchenuniformen. Nach diesem Film kann man sich gut vorstellen welche japanischen Männer die Unterwäsche der japanischen Schulmädchen kaufen :). Mit nur einer knappen Stunde Laufzeit weiss Namanatsu in einigen Momenten durchaus zu überzeugen, vor allem Yutaka Mishima nimmt man die Rolle des Aussenseiters jederzeit ab, die anderen Darsteller, wie Pornostarlett Sola Aoi, bleiben hingegen eher blass. Allerdings hat Namanatsu trotz der geringen Laufzeit auch einige Längen, vor allem am Anfang, als Matsuo und seine Geschwister, die im weitern Filmverlauf keine Rolle mehr spielen, eingeführt werden. Insgesamt also ein durchschnittliches Drama ...

Wertung: 6.5/10

Tomie (1999)

Japan, 1999 (Horror)
R: Ataru Oikawa
D: Miho Kanno, Mami Nakamura, Yoriko Douguchi
L: 95 Min
gesehene Version: Deutsch


Story:
Die junge Tsukiko wird von den Schatten ihrer Vergangenheit gejagt. Das Problem ist nur: Sie weiß gar nicht, welches Erlebnis ihren traumatischen Zustand verursacht haben könnte. Sie begibt sich in die Hände eines Psychiaters. Doch während ihrer ersten Sitzung spricht sie nur immer und immer wieder einen Namen: Tomie. Irgendwie kommt ihr der Name bekannt vor. Doch woher? ...das bleibt ihr vorerst verborgen. Zur gleichen Zeit versucht ein Polizist eine brutale Mordserie aufzuklären. Auch er stößt bei seinen Ermittlungen auf den Namen Tomie. Über Umwege kreuzen sich dabei ihre Wege und gemeinsam kommt man einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur...

Kritik:
Die Story klang noch ganz gut, aber was die Umsetzung dieser Geschichte angeht, da lässt sich nicht viel positives finden. Tomie ist vor allem langweilig und teilweise verwirrend. Richtige Spannung kommt so gut wie nie auf. Nun ja wenn man den Zuschauer nicht mit Spannung oder Grusel bei der Stange halten kann, dann versucht man es mit Action und Splattereinlagen. Doch auch in diese Richtung passiert bei Tomie wenig bis gar nichts. Mit viel gutem Willen kann man die zwei etwas derber geratenen Szenen des Films als Splatter durchgehen lassen, doch ist das viel zu wenig. Tomie ist wohl nur etwas für richtige J-Horror Junkies. Warum von Tomie bereits sieben Fortsetzungen entstanden bleibt mir allerdings ein Rätsel ....

Wertung: 3/10

Hard Boiled (1992)

OT: Lashou shentan
AT: Hot-Handed God of Cops; Ruthless Super-Cop; A Toute epreuve
Hongkong, 1992 (Thriller, Action)
R: John Woo
D: Chow Yun-Fat, Tony Leung, Teresa Mo, Philip Chan, Phillip Kwok
L: 122 Min
gesehene Version: Deutsch


Story:
Inspektor Yuen ist fest entschlossen, die brutal und rücksichtslos agierenden Waffenschieber-Syndikate Hongkongs für immer zu zerschlagen. Monatelang hat es gedauert, Undercover-Agenten einzuschleusen, Vorbereitungen für den vernichtenden Schlag zu treffen und hinter die Identität eines Vermittlers zu kommen, der seine schmutzigen Geschäfte in einem chinesischen Teehaus abwickelt. Als Yuen dort auftaucht um ein weiteres Waffengeschäft zu vereiteln, eskaliert die Situation. Es kommt zu einer wilden Schiesserei, bei der die Hauptverdächtigen, aber auch viele Unschuldige den Tod finden. Inspektor Yuen steht wieder ganz am Anfan. Doch in seiner wilden Entschlossenheit, Gerechtigkeit auszuüben, bleibt er den Waffensschiebern auf der Spur - und bricht dabei alle Regeln des Gesetzes...

Kritik:
Dann wird es mal wieder Zeit für einen Klassiker. John Woo's Hard Boiled gehört definitiv zu diesen Klassikern des asiatschen Kinos. In Sachen Action hat John Woo nicht nur für den asiatischen Raum Maßstäbe gesetzt, sondern auch für Hollywood. Perfekt inszenierte Actionsequenzen gehören zu seinen besten Stilmitteln und davon gibt es in Hard Boiled reichlich, dazu eine gute Story um die Cops Tony und Tequila und zwei Hauptdarsteller, Chow Yun-Fat und Tony Leung, in absoluter Bestform. Viel mehr kann man von einem Actionthriller a la Hongkong nicht erwarten. Perfekte Unterhaltung ...

Wertung: 10/10

Shuffle (1981)

OT: Shaffuru
Japan, 1981 (Action)
R: Sôgo Ishii
D: Yosuke Nakajima, Tatsuya Mori, Shigeru Muroi, Genjiro Arato
L: 32 Min
gesehene Version: Japanisch /Englische UT


Story:
Der junge Hiroshi Kobayashi tötet im Streit seine Freundin und macht sich danach auf den Weg ihren Liebhaber Kitamura zu suchen. Dabei wird er von einem Polizisten verfolgt ...

Kritik:
Ja eine recht kurze Inhaltsangabe, aber mehr gibt es zum Inhalt nicht zu sagen. Die Hälfte des Films rennt Kobayashi vor dem Polizisten davon. Klingt alles nicht so toll ?
Naja die halbe Stunde Kurzfilm von Regisseur Ishii ist sicher kein Meisterwerk, aber hat auch seine guten Momente. Vor allem zur Mitte des Films fragt man sich was das alles soll, da der Großteil der Story erst am Ende aufgeklärt wird. Passend zur Hetzjagd ist die schwarz-weiß Optik des Streifens untermalt von surrealer Musik. Es wird wenig gesprochen und wenn dann meist kurz und knapp. Man bleibt am Ende als Zuschauer schon mit einem Fragezeichen im Gesicht zurück ...

Wertung: 4.5/10

22.07.2008

Shikoku (1999)

AT: Shikoku - Die Insel der Toten
Japan, 1999 (Horror)
R: Shun'ichi Nagasaki
D: Chiaki Kuriyama, Yui Natsukawa, Michitaka Tsutsui, Ren Osugi
L: 100 Min
gesehene Version: Deutsch



Story:
Nach 20 Jahren kehrt Hinako wieder in ihr Heimatdorf auf der japanischen Insel Shikoku zurück. Dort geschehen nach dem plötzlichen Unfalltod ihrer Freundin Sayori merkwürdige Dinge. Seltsame Geistererscheinungen ängstigen die Bewohner. Hinako findet heraus, dass sich Sayoris Mutter seit Jahren dem alten Sakauchi-Ritual widmet, das, so sagt es die Legende, einen Verstorbenen wieder zum Leben erwecken kann. Doch wenn der Bannkreis wirklich gebrochen und das Tor zum Reich der Nacht geöffnet wird, dann wird der Flut der Toten niemand mehr entkommen...

Kritik:
Was Regisseur Nagasaki mit Shikoku hier abliefert, ist alles weder neu noch innovativ und teilweise auch recht langweilig. Wieder mal erinnert ein japanischer Horrorstreifen in diversen Momenten an The Ring (wieder mal das weiß gekleidete Mädchen). In den ersten Minuten gab es noch einige Momente, die auf mehr hoffen liessen, wie zb die Zeremonie mit der kleinen Saruyi, doch diese wurden im Laufe des Films immer weniger. Das Ende aber setzt dem ganzen dann die Krone auf. Ich will nicht spoilern aber das Ende ist doch sehr melodramatisch und schnulzig ausgefallen. Auch die damals noch unbekannte Kill Bill-Göre Chiaki Kuriyama reisst den Film nicht raus und so bleibt leider nur ein laues Grusellüftchen statt eines fulminanten Horrororkans ...

Wertung: 4/10

A Dirty Carnival (2006)

OT: Biyeolhan geori
AT: Straßen der Gewalt
Südkorea, 2006 (Action)
R: Yu Ha
D: Jo In-seong, Cheon Ho-jin, Nam Gung-Min, Lee Bo-Young, Jin Goo
L: 134 Min
gesehene Version: Deutsch


Story:
Byung-doo Kims (Zo In-sung) Gangsterkarriere steckt fest. Vize-Boss Sang-chul (Yoon Jae-Moon) kassiert das meiste Geld der Aufträge und hält den jungen Aufsteiger unter sich in Schach. Als Boss Hwang (Chun Ho-jin) eines Tages Byung-doo signalisiert, er halte ihn für talentierter als Sang-chul, lässt er sich nicht lange bitten. Er schafft den für Boss Hwang bedrohlichen Staatsanwalt Park aus dem Weg und tötet daraufhin Sang-chul an der Hochzeit seiner Schwester. Als Nummer zwei im Syndikat, baut er mit Hilfe seines Adjutanten Jong-su (Ku Jin) seine Macht aus und versucht, das Herz seiner ehemaligen Schulkollegin Hyun-ju (Bo-young Lee) zu gewinnen. All das protokolliert von Min-Ho Kim (Gung-min Nam), ebenfalls ein ehemaliger Schulkollegen, der einen Gangsterfilm drehen will...

Kritik:
Mit A Dirty Carnival drehte Regisseur Yu Ha einen richtig guten Gangsterfilm, der es auch gelegentlich mit amerikanischen Klassikern aufnehmen kann. Die Story wird solide erzählt und der nicht gerade nach Gangster aussehende Hauptdarsteller Jo In-seong liefert eine sehr gute Leistung ab. Aber auch die restlichen Akteure wissen zu überzeugen. Einzig die kleine zarte Liebesgeschichte im Film, die vom Regisseur aber weitesgehend vernachlässigt wird, wirkt deshalb etwas deplaziert. Die Action und Kampfszenen wirken da viel überzeugender. Insgesamt wird in Dirty Carnival das Gangstertum aber nicht glorifiziert, sondern eher kritisch betrachtet und genau das macht den Film sehr sehenswert ....

Wertung: 8/10

Zee Oui (2004)

OT: Zee-Oui
AT: Zee Oui - Der Kannibale; The Man-Eater
Thailand, 2004 (Krimi, Drama)
R: Nida Sudasna, Buranee Ratchaiboon
D: Long Duan, Premsinee Ratanasopha, Chatchai Plengpanich
L: 85 Min
gesehene Version: Deutsch



Story:
Thailand Mitte der 50er-Jahre: Unter einem Kriegstrauma leidend fängt ein junger Mann an zu Morden. Er wird verhaftet und zum Tode verurteilt.
Kurz vor seiner Exekution erinnert er sich:
1946 kam er als Flüchtling nach Bangkok. Die Behörden gaben ihm einen Pass auf den Namen Zee-Oui, rasierten ihm die Haare ab und sperrten ihn ein. Wieder in Freiheit übermannten ihn seine Erinnerungen an die Grausamkeiten im Zweiten Weltkrieg, was ihn schwer krank werden lässt... und plötzlich ist da dieser Drang zu töten.

Kritik:
Dieses Krimidrama hätte durchaus Potential zu mehr gehabt. Die Macher dieses Streifens versuchen leider zu sehr die Taten von Zee Oui zu erklären und erzeugen so eine Stimmung von Mitleid und Verständnis für den Täter, die den Taten keinesfalls gerecht wird. Die Darsteller spielen durch die Bank alle sehr gut. Zee Oui ist auch sehr gut gefilmt. Die Atmosphäre und Bilder stimmen. Das der Film auf einer wahren Geschichte basiert macht Zee Oui interessant. Ob jetzt alles so war, wie im Film dargestellt (Kinderinnereien zur Genesung futtern) lassen wir mal offen, aber gerade wegen diesem wahren Hintergrund und das der Täter im Film die Opferrolle bekommen hat, gibt Abzüge in der Wertung ...

Wertung: 4/10

Down To Hell (1996)

Japan, 1996 (Action, Splatter)
R: Ryûhei Kitamura
D: Ryûhei Kitamura, Masami Miyata, Kohji Gotoh, Yoshihiro Okamoto
L: 47 Min
gesehene Version: Japanisch / Englische UT


Story:
Vier Jugendliche praktizieren ein krankes Spiel. Sie fangen Menschen die alleine bei Nachts spazieren gehen ein und entführen sie in einen abseits gelegenen Wald. Dort geben sie dem Opfer 10 Minuten Vorsprung bevor sie auf die tödliche Jagd gehen. Doch der "Wald der Wiederauferstehung" hat seine eigenen Regeln.

Kritik:
Kitamura gehört zu meinen Lieblingsregisseuren aus dem Land der aufgehenden Sonne. Sein Erstling Down To Hell spielt in der selben Location wie der spätere Hit Versus. Wenn man Down To Hell als Vorgänger oder Low Budget (Super 8) Version von Versus bezeichnet, liegt man nicht ganz falsch. Ausser dem Wald kommen noch mehr Elemente in beiden Filmen zum Tragen. Da hätten wir zb die Gewalt, die permanente musikalische Untermahlung des Films und natürlich auch die auferstehenden Toten. Die verwackelten amateurhaften Kamerabilder verleihen dem Kurzfilm ein besonderes Ambiente, das schon irgendwie an Blair Witch Project angelehnt ist. Die minimalistische Story (eine Gruppe kidnappt einen Mann und jagt ihn durch den Wald bis er stirbt und als Zombie Rache nimmt) wird schnell und knapp in den 47 Minuten Spielzeit erzählt, viel mehr für eine längere Version gibt sie auch nicht her. Und das Beste an Down To Hell, er legt bei der Jagd ein richtig gutes Tempo vor und macht genau deswegen eine Menge Spass trotz Low Budget oder vielleicht auch gerade deswegen....

Wertung: 8.5/10

20.07.2008

Hunting List (1994)

OT: Zhong ji lie sha
Hongkong, 1994 (Action, Thriller)
R: Kevin Chu Yin-Ping
D: Ray Lui, Vivian Hsu, Lap-Man Sin, Ku Feng, Jackson Lou
L: 85 Min
gesehene Version: Deutsch



Story:
Kid, Kramp und Tai Hung sind die besten Freunde. Als Kid bei einer Streiterei um Geld einen anderen Mann mit brutalster Gewalt umbringt, muss er nach Taiwan fliehen.
Dort erschießt er fünfzehn Jahre später bei einem misslungenen Drogendeal einen Polizisten und ist danach abermals auf der Flucht. Diesmal begibt er sich zurück in seine alte Heimat Hong Kong, wo er seinen Freund Kramp wiedertrifft. Er steigt erneut in zwielichtige Geschäfte ein, obwohl er seiner Freundin Mae versprochen hat, sich von Kramp, der auch Maes Bruder ist, fernzuhalten.
Immer tiefer gerät Kid in die Machenschaften der Triaden Hong Kongs - und als Tai Hung getötet wird, rastet Kramp endgültig aus und will Rache nehmen. Wer Tai Hung allerdings umgebracht hat, ist nicht so klar, wie es im ersten Moment scheint, denn der große Bruder von Kramp, Louis, scheint ebenfalls in die Sache verwickelt zu sein. Kid muss sich entscheiden, was er nun tun will… doch er verbirgt selbst noch ein Geheimnis.

Kritik:
Es geht also auch andersrum. Hier klaut ausnahmsweise mal nicht Hollywood in Asien, sondern Regisseur Kevin Chu in Hollywood. Das er sich als "Diebesgut" dann Im Vorhof zur Hölle ausgesucht, ehrt seinen Geschmack, aber konnte natürlich nur schiefgehen. Der Plot von State of Grace wurde fast 1:1 übernommen, naja fürs Finale hat Chu sich dann aber noch was besonderes ausgedacht, und mal eben das Ende von True Romance kopiert. Das hier die nicht gerade hochbegabten Schauspieler, die Rollen von Sean Penn und Ed Harris, und gerade die von Gary Oldman, nicht annäherend so gut spielen kann man sich ja denken.
Trotzdem macht Hunting List zwischendurch etwas her. Die Actionszenen sind teilweise ganz nett anzuschauen und recht blutig. Für eine Low-Budget Produktion ist Hunting List gar nicht mal so schlecht geworden. Besser durchschnittlich geklaut als schlecht erfunden ...

Wertung: 5/10

Longinus (2004)

AT: The Spear Of Longinus
Japan, 2004 (Horror)
R: Ryûhei Kitamura
D: Taro Kanazawa, Takehiro Katayama, Toshiyuki Kitami
L: 40 Min
gesehene Version: Japanisch /Englische UT



Story:
Es herrscht Krieg. Der Speer des Longinus, der bei der Kreuzigung von Jesus eine wichtige Rolle spielte, wurde geborgen und soll von einer kleinen Einheit zu ihrem Anführer gebracht werden. Da dieser Speer die Macht besitzt Krankheiten zu heilen und Vampire zu vernichten, muss die Einheit vor den Vampiren fliehen und in einem fast verlassenen Krankenhaus Unterschlupf suchen.

Kritik:
Wer bei Longinus ein Kitamura-Film a la Versus erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Der Vampir-Kurzfilm ist keine Actioorgie wie man es von wie man es von Kitamura gewohnt ist. Das ist auch der Knackpunkt des Films. Leider ist Longinus viel zu dialoglastig, zu dem kommt bei den Dialogen nicht viel Inhalt rüber. Also beginnt man sich hier und da schnell zu langweilen. Die wenigen Actionszenen sind gut gemacht. In einem kurzen Moment (Kopfschuss) kommen auch Splatterfans auf ihre Kosten, allerdings war es das dann auch. Glücklicherweise steigt der Film gleich in die Geschichte ein und braucht keine lange Vorlaufzeit. Man hätte aber durchaus mehr rausholen könnnen. Zum Beispiel aus den durchaus guten Charkteren, wie der Kommandantin oder dem Vampirjäger. Aber dafür sind die 40 Minuten Laufzeit natürlich zu wenig. So bleibt Longinus ein kurzer mittelmässiger Streifen, von einem Regisseur von dem besseres gewohnt ist ...

Wertung: 5/10

Sexy Killer (1976)

OT: Du hou mi shi
AT: Brigade Black Panther; Drug Connection; Duk Hau Bei Shut; Kung Fu - Brigade Schwarzer Panther; Die Tigerin von Hongkong
Hongkong; 1976 (Action, Krimi)
R: Suen Chung
D: Chan Ping, Yueh Hua, Tung Lam, Si Wai, Wong Hap
L: 87 Min
gesehene Version: Deutsch / Mandarin (Cut-Scenes mit dt. UT)




Story:
Die Krankenschwester Li macht sich Sorgen um ihre jüngere Schwester Su, die ein Verhältnis mit dem Gangster Hao hat.
Aufgrund einer Überdosis Heroin stirbt Su in der Bar des Kriminellen und Li schwört Rache.
Ihr Freund, der Polizist Chen , kann sie nicht davon überzeugen, die Sache der Polizei zu überlassen, und so schmuggelt sie sich in die Gangsterbande "Schwarzer Panther" ein, um sie zu zerschlagen.....

Kritik:
Das Genre des Rachefilms mit weiblicher Hauptbesetzung war ja gerade in den Siebzigern in Asien sehr populär. Sexy Killer gehört sicher nicht zu den Perlen dieses Genres, aber der Film weiss vor allem in den Punkten Action und Atmosphäre zu überzeugen. Hier wird sich aufs defstigstes Geprügelt und Geschossen und Hauptdarstellerin Chan Ping macht dabei eine gute Figur. Die Schauspieler sind durch die Bank eigentlich alle sehr gut und versemmeln ihre Rollen nicht durch übertriebenes Overacting. Ob der schmierige Anwalt, der gute Cop oder der sadistische Gangster, alle Rollen sind sehr gut getroffen. Allerdings zeichnet sich der Film nicht gerade durch Ideenreichtum und ein fantastisches Drehbuch aus und Paralellen zu dem Blaxploitation-Hit Coffy sind unübersehbar, aber trotzdem macht Sexy Killer 90 Minuten Spass, wie man es aus dem Hause Shaw Borthers gewohnt ist ...

Wertung: 6/10

Suicide Circle (2002)

OT: Jisatsu sâkuru
AT: Suicide Club
Japan, 2002 (Thriller)
R: Sion Sono
D: Ryo Ishibashi, Akaji Maro, Masatoshi Nagase, Saya Hagiwara
L: 100 Min
gesehene Version: Deutsch


Story:
Eine unheimliche Serie von Selbstmorden schockiert Japan. Ganze Gruppen von Jugendlichen stürzen sich scheinbar sinnlos in den Freitod. Nach jeder dieser Suizidserien taucht eine weiße Sporttasche mit grausamem Inhalt auf: Sie enthält je einen Hautlappen pro Opfer, die aneinandergenäht zu einer Rolle gepackt sind. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Handelt es sich bei diesem Phänomen um einen unbekannten Kult oder gar um perfide ausgeführte Morde? Seltsam auch die Auftritte und Texte der Teenie-Popgruppe „Desaster“, die möglicherweise mit für das seltsame Verhalten der Opfer sind? Der einzige Hinweis einer Hackerin auf eine geheimnisvolle Website bringt die Beamten langsam auf die richtige Spur. Während immer mehr Schüler den Freitod wählen, lüftet sich ein grauenhaftes Geheimnis, das schleißlich auch die Kinder eines der ermittelnden Beamten in den Tod treibt...

Kritik:
Suicide Circle gehört für viele Japan-Filmfans zu den absoluten Must-See-Filmen. Ich hatte zuvor auch einiges über Suicide Circle gehört, und wenn das so ist bin ich hinterher meist enttäuscht, weil der Film nicht hielt was Leute versprochen haben. Bei Suicide Circle verhält sich das ein bisschen anders. Als der Film zu Ende war, war ich nicht enttäuscht aber auch nicht begeistert. Ich hatte da noch ein paar Fragen an den Regisseur. Wollte dies und das gerne wissen. Denn wirklich aufgeklärt wird die Geschichte am Ende nicht. Aber das scheint auch nicht unbedingt der Anspruch asiatischer Filmemacher oder Cineasten zu sein.
Nebenbei wechselt Suicide Circle ständig die Genres. Mal ist er Horrorfilm (im Krankenhaus), dann Drama (Familiensituation des Cops), zwischendurch ein wenig Krimi und das ganze wird dann mal mit schwarzem Humor (Kabarettbühne) und diversen Splatterszenen angereichert. Die Handlung ist verworren und der Film ein Genremix? Genau, aber das Komische daran ist: es funktioniert und Suicide Circle bleibt spannend. Und das ganz grosse Plus, wegen der U-Bahn-Selbstmordszene wird man sich als Zuschauer immer an SC erinnern.
Wer mal einen etwas anderen Film sehen möchte, dem sei Suicide Circle wirklich empfohlen.

Wertung: 7.5/10