05.06.2008

Haze (2005)

OT: Heizu
Japan, 2005 (Horror)
R: Shin'ya Tsukamoto
D: Shin'ya Tsukamoto, Kaori Fujii, Takahiro Murase, Masato Tsujioka
L: 49 Min
gesehene Version: Deutsch



Story:
Ohne Erinnerung erwacht ein Mann in einem beklemmenden Betonlabyrinth. Wo befindet er sich? Wie ist er hierher geraten? Wer steckt dahinter? Und wie kommt er aus diesen dunklen Katakomben wieder heraus?
Zudem ist er verwundet und kann sich kaum aufrichten, die Decken und Wände lassen nur wenig Platz. Tastend bahnt er sich seinen Weg ins Ungewisse und trifft schließlich auf eine Leidensgenossin. Gemeinsam versuchen sie dieser Hölle zu entfliehen.

Kritik:
Shin'ya Tsukamoto gehört zweifelsohne zu den ungewöhnlichsten Regisseuren Japans. Doch kann ich diesem Film, ich bezeichne ihne mal als Experimentalfilm, wenig abgewinnen. Auch seinen so hochgelobter Film Tetsuo fand ich schon nicht so stark.
Der Film soll dem Zuschauer das Unbekannte vermitteln. Man weiss nicht mehr als der Hauptdarsteller, Tsukamoto selber mimt die Hauptfigur, und erfährt nur so viel wie er. Haze ist ziemlich düster, im wahrsten Sinne des Wortes, vieles ist nicht genau zu erkennen, in der Dunkelheit, ausser ein paar Eisenstangen mit denen der Mann maltretiert wird und natürlich diverse Körperteile, die überall herumliegen. Als der Mann dann eine mitgefangene Frau trifft, gibt es zur Abwechslung auch mal ein paar Dialoge, aber der Zuschauer wird wieder nicht schlauer und kurz darauf ist der Film dann auch schon vorbei.

Wertung: 5/10

Skinny Tiger (1990)

OT: Shou hu fei long
AT: Skinny Tiger and Fatty Dragon; Skinny Tiger - Der Dicke mit der schnellen Faust; Skinny Tiger und Fatty Dragon; Nutty Kickbox Cops; Sau Fu Fei Lung
Hongkong, 1990 (Action, Komödie)
R: Lau Kar Wing
D: Sammo Hung, Karl Maka, Wu Fung, Carrie Ng, Wanda Yung
L: 99 Min
gesehene Version: Deutsch



Story:
Das Polizisten-Duo Fatty Lung (Sammo Hung) und Skinny Mak (Karl Maka) sind dem Gangster Prince Tak und dessen Bruder Wing (gespielt von Lau Ka-Wing), der auch als König des Kokain in Hong Kong bekannt ist, auf den Fersen. Nachdem sie nach einer wilden Verfolgungsjagd die Hochzeitsfeier des Polizeichefs ruinieren, kann ihnen nicht einmal mehr ihr vorgesetzter Inspektor, der ihnen schon oft aus der Patsche geholfen hat, helfen. Der schüchterne und etwas dümmlich wirkende Lung und sein Partner Mak werden also zu einem Zwangsurlaub verurteilt. Diesen verbringen die beiden Chaos-Cops in Singapur, wo sie zwei Mädchen kennen lernen und erkennen, dass das Leben aus mehr als jeden Tag aufs Neue Verbrechern hinterher zu jagen besteht. Sie beschließen im schönen Singapur zu bleiben und gemeinsam mit den Mädchen eine Karaokebar zu eröffnen. Kaum sind sie zurück in Hong Kong um ihre Kündigung bekannt zu geben, wird die Gangsterbraut Ah Lai, die gegen ihre Auftraggeber aussagen soll, umgebracht und Mak´s Freundin Lanky schwebt in Lebensgefahr. Unsere zwei Helden sind also gezwungen in Hong Kong zu bleiben und den Kampf gegen die Drahtzieher zu einem Ende zu bringen.

Kritik:
Ja Skinny Tiger ist eine typische Hongkong-Hau-Drauf-Actionkomödie. Obwohl Komödie schon übertrieben ist, Slapstick oder Klamotte triffts wohl besser, denn die Witze sind alle relativ platt. Besonders die dämlichen sexuellen Anspielungen von Karl Maka gehen einem nach gewisser Spielzeit gehörig auf den Senkel. Auch sonst kann der Film nicht unbedingt überzeugen. Die Actionszenen sind Standard, einzig Sammo Hung bringt sie gelegentlich in einer Keilerei auf ein etwas höheres Level. Gegen Ende nimmt die Action und die Härte etwas zu und der platte Humor ab, das rettet im Endeffekt Skinny Tiger.
Seichte Unterhaltung mit plattem Humor und ein bisschen Action.

Wertung: 4.5/10

April Story (1998)

OT: Shigatsu monogatari
Japan, 1998 (Drama)
R: Shunji Iwai
D: Takako Matsu, Kahori Fujii, Kazuhiko Kato, Seiichi Tanabe
L: 67 Min
gesehene Version: Japanisch / Englische UT



Story:
Uzuki zieht aus der Provinz nach Tokio um hier zu studieren. Sie freundet sich mit einer Studentin an und sucht nach ihrer alten heimlichen Liebe aus der alten Heimat...

Kritik:
Liebesfilme oder Romanzen gehören sicher nicht zu meinen bevorzugten Genres. Auch wenn man kein großer Freund des Themas ist, man kann April Story sicher eines nicht absprechen, es ist ein gur erzählter Film mit grandiosen Bildern. Die Geschichte des Films ist einfach, ein schüchternes Mädchen zieht nach Tokyo um zu Studieren und ihrer heimlichen Liebe Yamazaki wieder zu begegnen, der auch in Tokyo studiert. Bis dahin passieren unserer Hauptprotagonistin Uzuki allerlei Dinge. Eine sich seltsam verhaltende Nachbarin, ein merkwürdiger Kinobesuch und ein Angeltraining. Der Zuschauer fragt sich des öfteren was diese und jene Szene sollte und bleibt mit einem dicken Fragezeichen zurück. Als Yamazaki Uzuki wieder erkennt ist der Film auch schon vorbei.
So verdankt der Film seine Punktzahl auch der gelungenen Komposition von Bildern und Musik. Der tollen Leistung von Hauptdarstellerin Takako Matsu, die ihre Rolle der schüchternen Uzuki perfekt spielt.

Wertung: 5/10

Der Geist von Mae Nak (2005)

OT: Ghost of Mae Nak
Thailand, 2005 (Horror)
R: Mark Duffield
D: Pataratida Pacharawirapong, Siwat Chotchaicharin
L: 105 Min
gesehene Version: Deutsch



Story:
Mak und Nak, ein Pärchen aus Bangkok, möchten dem freundlichen Herrn Angel eine seiner innerstädtischen Immobilien abkaufen. Über hundert Jahre soll die Hütte bereits alt sein. Noch ahnt niemand, das Angel sein einziges Haus jeden Monat neu verkauft, um die Mieter dann per arrangiertem Spuk zu vertreiben. Diesmal jedoch hat Angel die Rechnung ohne den richtigen und richtig wütendenden Geist der einst gemordeten Mae Nak gemacht. Die möchte umgebettet werden, und Nak soll ihr Werkzeug sein.

Kritik:
Ok wirklich neues bietet Der Geist von Mae Nak dem Zuschauer nicht gerade. Ein verfluchter Platz und eine Frau in Weiss mit weissem Geistergesicht kennen wir ja schon zur genüge. Allerdings setzt Regisseur Duffield die Geschichte um Mak und Nak und dem Geist Mae Naks recht gekonnt in Szene. Gleich am Beginn macht er uns klar worum es geht, denn schon in den ersten Minuten hat Mae Nak ihren ersten Auftritt. Die eingebauten Horrorszenen, von denen es einige gibt, sind sehr gelungen, und bauen sowohl auf Überraschung und Grusel als auch auf Action und Splatter. Und das Ende wartet mit einer Wendung und durchaus gelungenen Überraschung auf.
Alles in allem hat Der Geist von Mae Nak den Horror nicht neu erfunden, aber ist doch unterhaltsam...

Wertung: 6.5/10

04.06.2008

Dead or Alive (1999)

OT: Dead or Alive: Hanzaisha
Japan, 1999 (Action, Thriller)
R: Takashi Miike
D: Sho Aikawa, Renji Ishibashi, Riki Takeuchi, Hitoshi Ozawa
L: 105 Min
gesehene Version: Deutsch



Story:
Der skrupellose Ryuichi (Riki Takeuchi), Sohn chinesischer Einwanderer, sucht Macht und Geld in der Unterwelt des Tokyoter Vergnügungsdistriktes Shibuya. Als Kopf einer kleinen, schlagkräftigen Gang, deren Morde und Raubüberfälle die alteingesessenen japanischen Yakuza und die chinesischen Triaden provozieren, steht er schnell im Mittelpunkt eines blutigen Bandenkrieges.
Der unterbezahlte Cop Jojima (Show Aikawa) soll in diesem Chaos der Kriminalität für Ordnung sorgen. Auch in seinem Privatleben könnte es besser laufen: seine Frau ist ihm fremd geworden, vermutlich weil beider Tochter sterbenskrank ist. Nur noch eine teure Operation kann ihr helfen.
Auch Ryuchi hat eine schwache Seite: seinen aus den USA zurückgekehrten Bruder, der erst jetzt realisiert, wie sein Auslandsstudium finanziert wurde.
Der Kampf um Macht und Moral eskaliert, bis der Yakuza und der Cop sich am Ende gegenüberstehen, aber nicht mehr dieselben sind...

Kritik:
Dead or Alive war vor einigen Jahren mein erster Miike-Film. Ich fand damals nicht wirklich was in der Videothek und nahm dann DOA aufgrund des Covertextes mit. Schon damals hat mich das Werk extrem geflasht, um es mal neudeutsch auszudrücken und tut es auch heute, wenn ich mir den Film mal wieder angucke. Es wurde mir schnell klar, daß ich mehr von diesem Regisseur sehen muss und so folgte am nächsten Tag Fudoh und so saug ich heute noch alles von Miike auf, obwohl natürlich längst nicht alle Filme von ihm gut sind oder gar das Niveau von Dead or Alive erreichen.
Allein der Beginn des Films ist phänomenal, eine Orgie aus Gewalt, Sex und Extremen untermalt von einem eingängigen Soundtrack. Der Anfang erinnert stark an einen Videoclip, halt mit etwas extremerem Inhalt. So wird zb anscheinend völlig grundlos eine Frau mitten auf der Straße von Polizisten verprügelt oder beim Sex auf der Toilette ein Typ abgestochen. Nach diesem Intro wird es dann etwas ruhiger, die Charaktere werden dem Zuschauer näher gebracht und die Geschichte von Gangster Ryuichi und seiner Gang, die sich mit den chinesischen Triaden anlegt, erzählt. Parallel dazu wird das Leben des Polizisten und Ryuichis Gegenspieler Jojima beleuchtet. Bis es zum Finale und dem Showdown zwischen diesen beiden kommt, pflastern allerhand Leichen Miikes Weg. Natürlich fehlen auch die Miikes bekannte Perversitäten keinesweg, ich sag nur "Fäkalienbad". Großartig ist der Monolog des Triaden-Chefs während dieser Szene.
Dead or Alive ist ein rasanter, teilweise völlig überdrehter Film, der einfach zu Miikes Meisterwerken gehört.

Wertung: 10/10

Haunted Tales (1980)

OT: Dip sin
AT: Die xian; The Other World; The Prize Winner
Hongkong, 1980 (Horror)
R: Yuen Chor, Mou Tun Fei
D: Ling Yun, Cheng Lee, Lam Jan Kei, Chan Shen, Shum Lo
L: 93 Min
gesehene Version: Kantonesisch / Englische UT



Story:
Yali und ihr Ehemann ziehen in ihr neues Haus. Schnell merkt Yali, daß hier etwas nicht stimmt. Es scheint zu spuken und auch die Nachbarn benehmen sich merkwürdig...
Cheng gewinnt dank Reisschüsselrückens, der asiatischen Variante des Gläserrückens, im Lotto. Das er aber die Regeln des Schüsselgeistes nicht befolgt rächt sich bitter...

Kritik:
Die Shaw Brothers Studios sind ja hauptsächlich bekannt für ihre Eastern Produktionen. Haunted Tales ist ein weniger bekannter Episoden-Horrorfilm aus dem Hause Shaw. Die beiden Episoden des Films sind recht unterschiedlich, während die erste durchaus durch einige Gruseleffekte und Spannung überzeugen kann, ist die zweite keine wirkliche Horrorepisode und ist teilweise recht albern.
Gerade in der Geschichte mit dem verfluchten Haus machen die Darsteller ihre Sache ganz gut. Zu dem gelingt es dem Film eine schön gruselig düstere Atmosphäre aufzubauen aber natürlich kommt diese Produktion nicht an spätere Horrorblockbuster aus Asien heran. In der Lottogeschichte passiert nicht wirklich viel, sie ist auch um einiges kürzer als die erste. Cheng gewinnt im Lotto und gibt sein Geld aus und zum Ende hin gibts dann noch eine Art Splatterszene.
Eine durchaus ordentliche und eine langweilige Horrorgeschichte aus dem Hause Shaw. Ergibt ...

Wertung: 4/10

Kekko Kamen: Surprise (2004)

OT: Kekkô Kamen: Surprise
AT: Mask of Kekkou: Surprise; Kekko Kamen Vol.4
Japan, 2004 (Fantasy)
R: Takafumi Nagamine
D: Misaki Mori, Shoichiro Akaboshi, Jiro Dan, Noriko Higashide
L: 71 Min
gesehene Version: Japanisch / Englische UT



Story:
Die Organisation Go-Ranger schickt eine Agentin undercover in die Mangriffon Music School. Hier werden die Schülerin gezüchtigt, gefoltert und sollen beim nächsten Musikfestival als Call Girls verkauft werden. Auch Superheldin Kekko Kamen ist den Überltätern schon auf der Spur...

Kritik:
Irgendwie muss man wohl Japaner sein, um Gefallen an diesen völlig verrückten Mangaverfilmungen zu haben. Neben übelsten Computertricks und totalem Overacting der Schauspieler, sind es vor allem die abgedrehten Szenen, die den westlichen Zuschauer, zumindest mich, mit einem dicken P im Gesicht zurücklassen. Hier werden junge Mädchen gefoltert, in dem sie mit verbundenen Augen wippen müssen oder an ihnen wird die grausame Kitzelfolter angewand.
Die Japaner selber müssen diese Genre wirklich leiben, immerhin ist der siebte Realfilm mit der leicht bekleideten Heldin. Als Comic oder Manga kann ich mir das Ganze ja einigermassen amüsant vorstellen, obwohl auch der Film durchaus einen gewissen Unterhaltungswert besitzt. Der beschränkt sich aber auf das Warten der nächsten Blödelei.
Kekko Kamen ist also nur etwas für Real-Live-Manga-Adaptions-Fans oder Musikliebhaber, die schon immer einmal einen Strip zu Mozarts Zauberflöte oder Beethovens fünfte Symphonie gefurzt (!!) hören wollten ....

Wertung: 3/10

Crying Fist (2005)

OT: Joo-meok-ee oon-da
Südkorea, 2005 (Drama)
R: Ryoo Seung-wan
D: Choi Min-sik, Ryoo Seung-beom, Im Won-hee, Cheon Ho-jin
L: 116 Min
gesehene Version: Deutsch



Story:
Einst gewann Kang die Silbermedaille im Boxen bei den Asia Games. Jetzt verdient er seine Reiskuchen, in dem er sich in der Fußgängerzone für ein paar Dollar als menschlicher Sandsack vermöbeln lässt, und ist der Ex-Frau und dem kleinen Sohn nur noch peinlich. Punk Yu dagegen landete wegen Schlägereien und Raub im Jugendknast. Nun sieht er genau wie Kang seine letzte Chance in einem bevorstehenden Boxwettbewerb. Natürlich treffen die Männer mit den gebrochenen Biografien aufeinander.

Kritik:
Fernab von Hollywood inszenierte Regisseur Seung-wan Ryoo das Boxerdrama Crying Fist, das so ganz anders als zb Rocky ist. Es geht um den alternden Boxer Kang, einem gebrochenen Mann, der seiner erfolgreichen Boxzeit hinterher trauert und sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Parallel dazu erzählt der Film die Geschicht des jungen Yu, der im Gefängnis das Boxen erlernt. Es ist klar, daß diese beiden Geschichten irgendwann ineinander überlaufen. Dies tun sie in einem tollen Finale bei einem Boxturnier. Allerdings bleiben die Boxkämpfe am Ende so ziemlich die einzigen. Dafür ist der Rest von Crying Fist eine hervorragende Charakterstudie zweier verkorkster Existenzen, die versuchen ihre letzte Chance zu nutzen.
Das große Plus von Crying Fist sind die hervorragende Darsteller, allen voran Oldboy-Star Min-sik Choi. Sein junger Kontrahent Seung-beom Ryoo steht ihm aber in nichts nach. Es gibt sicher bessere Box- bzw Sportfilm, aber wenn man Cryin Fist als Drama betrachtet ist es ein erstklassiges...

Wertung: 8/10

4444444444 & Katasumi

OT: Gakkô no kaidan G
AT: Tales of the Grudge
Japan, 1998 (Horror)
R: Takashi Shimizu
D: Kazushi Andô, Daiki Sawada, Kanna Kashima, Takako Fuji
L: jeweils 3 Min
gesehene Version: Japanisch / Englische UT

Kritik:
Ich spar jetzt mal die Inhaltsangabe. 4444444444 und Katasumi sind zwei kurze Filme (jeweils drei Minuten lang) von Takashi Shimizu und waren ein Teil der japanischen TV-Produktion Gakkô no kaidan G. Beide Episoden sind Prequels zu den zwei Jahre später entstandenen Ju-On Filmen. Während 4444444444 auf den Schock nach drei Minuten setzt, geht es bei Katasumi schon recht blutig zu. Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte sollte sich mal bei youtube umschauen.

Keine Wertung

Dr. Lamb (1992)

OT: Gao yang yi sheng
AT: Doctor Lamb; Dr. Lam; Gou Joeng Ji Saang
Hongkong, 1992 (Thriller)
R: Billy Tang, Danny Lee
D: Danny Lee, Simon Yam, Kent Cheng, Emily Kwan, Parkman Wong
L: 85 Min
Gesehene Version: Deutsch



Story:
Die Großstadt Hongkong - ein buntes Metroplois - unberechenbar und voller Kontraste. In einem Fotoladen tauchen merkwürdige Aufnahmen von Frauen auf, die offenbar tot und nackt abgelichtet wurden. Die Polizei beginnt mit der Suche nach dem Urheber und findet schnell einen Hauptverdächtigen. Der unscheinbare und verschlossen wirkende Taxifahrer Lam lies die Fotos entwickeln. Inspektor Lee übernimmt die Ermittlungen. Er kann mit seinem Team den Verdächtigen festnehmen. Doch nur langsam kommt er hinter die Details einer ganzen Serie von grausamen Verbrechen. So hat Lam offenbar über einen längeren Zeitraum Frauen entführt, getötet und verstümmelt. Was genau motiviert einen Menschen zu solch einer Tat? Inspektor Lee steht vor einem Rätsel und kann dem schüchternen Mann nur sehr langsam die Einzelheiten einer der grausamsten und unfassbarsten Mordserie aller Zeiten entlocken.

Kritik:
Dr. Lamb beruht auf einer wahren Begebenheit. Er wird in Szenekreisen als einer der derbsten Cat-III-Filme gefeiert. Ganz verstehen kann ich das nicht, denn Dr. Lamb ist mehr ein Thriller als ein reiner Splatterfilm. Auch wenn hier durchaus der Splatterfan bei den Zerstückelszenen auf seine Kosten kommen mag. Trotzdem gehört Dr. Lamb nicht zu Hongkongs herausragenden Produktionen. Dafür hat er vor allem im Mittelteil zu viele Längen.
Zwar stimmt die Atmosphäre des Films. Sie ist dem Thema entsprechend sehr düster und der Hauptteil spielt sich bei Nacht ab und Hauptdarsteller Simon Yam gibt als Mörder Lam Gor-Yu eine überzeugende Leistung, aber so rechte Spannung will nicht aufkommen. Man kennt schnell den Mörder und das Tatmotiv, seine verkorkste Kindheit, hat man schon gleich zu Anfang erfahren. So dreht sich der Film am Ende nur noch um die Taten und das nimmt die Spannung.

Wertung: 6/10

02.06.2008

Seven Days in a Coffin (2003)

OT: Seven Days in a Coffin
Thailand, 2003 (Horror)
R: C.H. Patchapol
D: Surachai SaengArkard, Khemmasorn Nookaaw, Panida Worrabutr
L: 98 Min
gesehene Version: Thai / Englische UT



Story:
In einem thailändischen Dorf wird die attraktive und schwangere Mali im Fluss ertränkt. Schnell wird der Polizei klar, nur der Vater kann des ungeborenen Kindes kann der Mörder sein. Somit sind alle Männer des Dorfes verdächtig und die Jagd nach Malis Mörder beginnt. Doch Mali macht sich als Geist höchst selbst auf die Jagd nach ihrem Mörder...

Kritik:
Tja, es ist schon unglaublich was hier auf das Publikum losgelassen wird. Die Geschichte ist von der Idee her zwar nicht besonders originell, aber hat durchaus Potential. Nur wird dieses leider total verschenkt. Schuld daran ist vor allem das aber auch so gar nichts passiert. Wer sich auf guten Horror oder wenigstens ein paar Gruseleffekte freut, der wird durch endlose blödsinnige Dialoge gequält. Das ganze wirkt dann auch eher wie Gute Zeiten, Schlechte Zeiten in einem thailändischen Dorf als wie ein Horrorfilm. Zum Ende hin gibt es dann zwar auch einige Leichen, doch reissen die mit Sicherheit nichts mehr raus.
Am Schlimmsten aber kommen die sogenannten Effekte rüber, die wahrscheinlich jeder Computernerd mit Paint besser hinbekommen hätte. Dazu kommt der unglaublich schlechte Ton, den Buddhamönch versteht man fast gar nicht, an anderen Stellen ist der Ton viel lauter und zur Krönung des Ganzen, die unglaublich einschläfernde Fahrstuhlmusik, die beinahe den gesamten Film lang dudelt. Das am Ende dann eine in weiß gekleidete Frau mit langem schwarzem Haar aus dem Wasser steigt setzt dem Film die Krone auf.
Seven Days in Coffin ist so ziemlich das langweiligste Machwerk was ich in letzter Zeit gesehen habe und ist maximal als Einschlafhilfe zu empfehlen...

Wertung: 1/10

01.06.2008

Machine Girl (2008)

OT: Kataude mashin gâru
AT: The One-Armed Machine Girl
Japan/USA, 2008 (Action)
R: Noboru Iguchi
D: Minase Yashiro, Asami, Ryôsuke Kawamura, Hiroko Yashiki
L: 96 Min
gesehene Version: Japanisch / Englische UT




Story:
Nach dem Tod der Eltern, des Geschwisterpaars Ami und ihr jüngerer Bruder Yu, ist das Leben nicht gerade einfach für die beiden, wobei Ami versucht ihrer "Elternrolle" bestmöglich gerecht zu werden. Leider erfährt sie zu spät von den Problemen ihres Bruders mit Sho, dem Sohn des ortsansässigen Yakuzabosses und kann ihn nicht mehr vor seinem tragischen Schicksal bewahren. Als Ami in den Unterschlupf des Yakuzaclans eindringt um Yu zu rächen, wird sie gefangen genommen und brutalst gefoltert, wobei sie ihren linken Arm verliert. Doch wie durch ein Wunder kann Ami fliehen und findet Unterschlupf bei Miki und ihrem Mann, dessen Sohn Takeshi ebenfalls von Sho und seinem Gefolge ermordet wurde.
Da Ami mit nur einem Arm so gut wie verloren scheint, muss schnell ein Ersatz gefunden werden, da hat das Mechanikerpaar eine Idee und konstruieren ihr einen neuen Arm, einen MG-Arm.
Perfekt ausgestattet starten Miki und Ami einen blutigen Rachefeldzug gegen die Yakuza.

Kritik:
Ich kannte von Regisseur Iguchi schon Meatball Machine und Sukeban Boy, allerdings hatten mich diese beiden Filme nicht sonderlich überzeugt. Aber der Trailer von Machine Girl weckte auf jeden Fall Interesse. Wie so häufig bei japanischen Trashproduktionen sehen wir einfach mal über die Handlung hinweg, die ist nämlich eigentlich nur eine recht einfache Rachestory. Widmen wir uns lieber den wichtigen Dingen des Films und das sind zweifelsohne seine abgefahrenen Charaktere und die Splatterszenen. Da wären unsere einarmige Heldin, die alles Böse was nicht bei drei auf den Bäumen ist mindestens um einen Kopf kürzer macht, ein durchgeknallter Yakuza und seine sadistische Frau, die unserer Hauptdarstellerin zu dem gemacht hat was sie ausmacht, nämlich einarmig. Zwischen Ami und der Yakuzafamilie entfacht also ein Kampf, weil Yakuzas Sohn Amis Bruder auf dem gewissen hat. Bis zum Endkampf zwischen den beiden Parteien vergehen aber gut 90 Minuten, in denen der Splatterfan auf seine Kosten kommen sollte.
Ein kleiner Auszug aus dem Dargebotenen gefällig ? Es werden diverse Körperteile abgehackt oder abgeschossen, Leute mit Kettensägen oder Ninjasternen zerteilt, ein Koch muss seine eigenen Finger essen, einem Gangster werden eine handvoll Nägel in den Kopf geschlagen, ein Arm wird fritiert und und und. Somit ist man ständig auf der Suche nach der Antowort nach dem Wie. Wie wird der nächste Gegner dahin gemetzelt. Das alles klingt vielleicht nicht sehr innovativ, es macht aber Spaß. :)
Die Wahl der Waffen ist ein weiteres Thema. In Machine Girl wird so ziemlich jeder Gegenstand zur Waffe. Statt ihres verlorenen linken Armes benutzt Ami wahlweise ein Machinengewehr oder eine Kettensäge, Planet Terror und Evil Dead 2 lassen grüßen. Ein bisschen albern ist dagegen der Bohrer-BH der Yakuza-Frau aber was solls, da sieht man leicht drüber hinweg, denn Machine Girl ist kurzweilige Unterhaltung, die trotz kleiner Schwächen Spaß macht ...

Wertung: 8/10

She Shoots Straight (1990)

OT: Huang jia nu jiang
AT: Lethal Lady; Lady Kung Fu 2
Hongkong, 1990 (Action)
R: Corey Yuen
D: Agnes Aurelio, Chung Fat, Michael Dinga, Sammo Hung
L: 87 Min
gesehene Version: Deutsch



Story:
Die Polizistin Mina heiratet einen Kollegen. Von Haß getrieben, lassen ihre vier Schwägerinnen, ebenfalls Cops, Minas Geheimorganisation gegen vietnamesische Gangster auffliegen. Nun steht die ganze Familie auf der Abschußliste der Triaden. Als Minas Gatte ermordet wird, begraben die Frauen das Kriegsbeil und nehmen Rache.

Kritik:
She Shoots Straight ist sicher keine Perle des asiatischen Kinos. Die Handlung ist ziemlich mau und die Darsteller tuen größtenteils ihr übriges dazu, daß hier schnell bei mir Langeweile aufkam. Gerade die Nebendarsteller, ich erinner mich an die Szene auf dem Geburtstag wo plötzlich vier oder fünf Schwestern weinend am Rockzipfel der Mutter hängen, wirken teils sehr laienhaft. Entweder es mangelt dem Film an Ideen oder aber die Ideen sind dann einfach nicht gut. Der Vogel wird abgeschossen als die Mama dann am Ende mit auf Gangsterjagd geht. :)
Was die Story und die Darsteller verbocken, können die zahlreichen Action und Martial Arts Szenen nicht mehr aufholen. Diese sind zwar durch die Bank alle sehr gut gemacht, aber das konnte man von einem Hongkong-Action-Streifen durchaus erwarten.

Wertung: 3.5/10

Shaolin - Eine Faust die tötet (1977)

OT: Gong Yi Leng Xie Jin Mian Ren
AT: Golden Killah, Golden Mask, Hung Dut Laang Huet Gam Min Yan
Taiwan, 1977 (Eastern)
R: Ting Chung
D: Stephen Tung Wai, Chi Kuan Chun, Doris Lung Chun-erh
L: 89 Min
gesehene Version: Deutsch



Story:
Tieh Chun-Shan, ein professioneller Killer, übernimmt jeden Job und wenn es darum geht, einen Mitmenchen ins Jenseits zu befördern, so fragt er nicht lange nach dem Namen. Ein reicher Geschäftsmann beauftragt ihn eines Tages, jemanden umzulegen. Erst nach der Tat entdeckt Tieh Chun-Shan, dass er seinen eigenen Bruder getötet hat. Er macht sich auf die Suche nach seinem Auftraggeber. Er will mit allen Mitteln den Tod seines Bruders rächen. Ein gnadenloser Kampf nimmt seinen Anfang...

Kritik:
Ok eine über fünf Ecken verwinkelte Handlung auf die man den gesamten Film über aufpassen muss um den Anschluss nicht zu verpassen ist man aus Kung-Fu-Filmen jetzt nicht gewohnt, aber bei diesem Eastern muß man wirklich aufpassen, und zwar auf den Moment wo mal Handlung kommt. Der Beginn ist ja schon göttlich. Unser Held kriegt einen Mordauftrag von dem Mann mit der unglaublich bescheuert aussehenden goldenen Maske. Er führt diesen aus und merkt dann, der Tote ist ja mein Bruder. Und wer ist schuld ? Goldmaske, na klar. Das geht dann die nächsten 90 Minuten zu weiter und endete in einem großen Familiendrama, weil plötzlich jeder mit jedem oder auch doch nicht mehr verwandt ist. So viel zur konfusen Story über die hätte ich dann grad noch so hinweg gesehen ....
Viel schlimmer sind die dilettantischen Handwerker die sich hier Filmemacher geschimpft haben. Da hätten wir zuerst einmal den Herren am Schneidetisch, der seine Qualifikation wohl eher in der Schlachterei erworben hat, unglaublich wieviele Schnittfehler in dem Machwerk vorkommen. Die Schauspieler sind auch nicht viel besser. Der Hauptdarsteller benutzt bevorzugt das Wort "Hm". Naja aber als wär das noch nicht schlimm genug, kommt ein deutsches Synchronstudio daher und verunstaltet das ganze noch einmal. An Lippensynchron ist hier überhaupt nicht zu denken. Erstaunlicherweise geben die Fights aber was her, die sind ganz gut gelungen.
Fazit: Lieber ein Shaw Brothers Klassiker gucken als diesen Film !

Wertung: 2.5/10

All Night Long (1992)

OT: Ôru naito rongu
Japan, 1992 (Thriller)
R: Katsuya Matsumura
D: Eisuke Tsunoda, Ryôsuke Suzuki, Yôji Ietomi, Hiromasa Taguchi
L: 90 Min
gesehene Version: Japanisch / Englische UT



Story:
Drei einander unbekannte Schüler warten an einem Bahnübergang, als dort aus heiterem Himmel ein junges Mädchen brutal niedergestochen wird. Die drei Jungen versuchen, gemeinsam die Ereignisse zu verarbeiten und es entsteht eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Eines Tages wird die Freundin eines der Dreien Opfer einer sadistischen Bande Jugendlicher, die das Mädchen vergewaltigen und töten. Daraufhin brennen bei den drei Freunden die Sicherungen durch und sie beschließen, die Bande zu jagen und alle umzubringen...

Kritik:
All Night Long wurde mir immer wieder in Verbindung mit Japan-Schockern wie zb Guinea Pig genannt. Ganz verstehen kann ich das nicht. Splatter und Schockszenen sind eher rar. Ein junges Mädchen, das abgestochen wird, ein Kopfschuss, zwei Vergewaltigungen, eine nett anzusehende Leiche auf dem Klo und ein Schnitt mit der Schere in die Ferse. Aber was ist All Night Long wenn doch kein Splatter wie angenommen ? Nun ja am ehesten könnte man den Film als Rachedrama oder Thriller bezeichnen, aber dann auch erst ab der letzten halben Stunde.
Insgesamt hat All Night Long ein Problem, der Film kommt nicht in Fahrt. Es passiert einfach nichts. Es ist ja ganz nett, den drei Jungs bei den Bemühungen ein Mädel für die Party zu organisieren zu zusehen, aber mal ehrlich, wenn ich das hätte sehen wollen, hätte ich mir eine Romanze oder Liebeskomödie gegriffen.
Warum der Film in einigen Kreisen so gefeiert wird bleibt mir also ein Rätsel. Ebenso das der Film gleich vier Fortsetzungen nach sich zog. Naja werde vielleicht bei Gelegenheit mal einen dieser Teile gucken zum Vergleich, aber eilen tut das nicht. Eigentlich wären es auch 4.5 Punkte für All Night Long geworden, aber einen halben Punkt Abzug gibt es noch dafür, daß jeder Darsteller mindestens einmal im Film den Geisteskranken mit der irren Lache geben musste. :)

Wertung: 4/10